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Die
Farbe
Schwarz
Die
schwarze Farbe des Gefieders kommt bei nahezu allen
Hühnerrassen vor. Bei den von unserem SV betreuten
Rassen finden wir sie bei den Seidenhühnern,
Zwerg-Seidenhühnern, Zwerg-Paduanern, Zwerg-Holländer
Haubenhühnern und Zwerg-Crèvecoeur. Hervorgerufen wird
die Farbe durch die starke Anhäufung von Eumelanin
(Stäbchenschwarz) welche zur völligen Unterdrückung des
Goldfaktors, oder Silberfaktors im Gefieder führt.
Diese
Anhäufung des Schwarz bzw. Unterdrückung der oben
genannten Faktoren ist so stark, dass Schwarz sowohl
gegenüber dem rezessiven Weiß als auch gegenüber
wildfarbigen, columbiafarbigen, gesprenkelten,
gescheckten oder gesäumten Farbenschlägen dominant ist
und in der F1 daher ausschließlich schwarze Nachkommen
fallen. Selbst wenn bei den Hähnen aus den zuletzt
genannten Varianten etwas Zeichnung im Halsbehang
vorkommen kann ergeben sich hieraus bereits einige
interessante Kombinationsmöglichkeiten in unserem
Rassespektrum. Zum Beispiel die Kombination schwarzer
und gold-schwarzgesäumter Zwerg-Paduaner. Eine
Verpaarung der F1 bringt entsprechend den Mendelschen
Regeln zu 25 % schwarze, 25 % gold-schwarzgesäumte und
50 % Mischlinge. Die daraus gefallenen
gold-schwarzgesäumten werden an gold-schwarzgesäumt
zurückgepaart und ergeben einmal eine neue Blutlinie und
zum anderen gehen durch die dritte Mendelsche Regel
keine Erbanlagen verloren und somit kann der Grünglanz
als intensiver Lacksaum der gold-schwarzgesäumten für
deutliche Verbesserung sorgen.
Wie
bereits oben angegeben ist schwarz eine Abweichung von
der Wildform. Nicht immer ist die Pigmentanhäufung so
stark, dass andere Farbtöne, insbesondere Gold
vollkommen überdeckt werden. Die Freunde schwarzer
Seidenhühner können davon ein Lied singen, fallen dort
in den Zuchten doch sehr häufig Tiere mit Gold im
Halsbehang an. Was dem einen sein Leid, ist dem anderen
sein Freud. Freude insoweit, als dieses Gold der Garant
für eine lackreiche Farbe ist. Aus diesem Grunde werden
z. B. bei den Zwerg-Paduanern gern und wohl dosiert
Hähne mit einzelnen goldenen Federn im Halsbehang in die
Zucht genommen.
Ab und
an verlieren sich im Grünglanz leider andersfarbige
Einlagerungen. Violett. Wenn man bedenkt, dass die
Intensität des Grünlacks in einem gewissen Maße auch
durch die Fütterung gesteuert werden kann, muss diese
Veränderung nicht immer erblich bedingt sein. Sie wird
u. a. auch durch Stressfaktoren oder durch eine während
des Federwachstums spontan erfolgte Veränderung in der
Fütterung hervorgerufen. Auch eine Kokzidioseerkrankung
während der Aufzucht kann zur Unterbrechung der
Farbausbildung in der Feder führen, was aber auch nicht
erblich ist. Während der Preisrichter bei der Bewertung
keine Gnade walten lassen kann ist es dem Züchter aus
diesem Grunde gestattet gegebenenfalls darüber
hinwegzusehen.
Zur
Information sei darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zu
allen anderen Rassen das Schwarz der Deutschen
Zwerghühner tief samtschwarz und grundsätzlich ohne
Grünglanz gefordert wird. In dieser Rasse tritt die
Farbe schwarz sozusagen in ihrer Vollendung auf.
Nicht
samtschwarz sondern matt und stumpf in der Farbe sind
die in der Blau-Zucht bei allen Rassen anfallenden
schwarzen Abkömmlinge. Ursächlich ist hier die bei Blau
vorkommende Verhinderung der Ausbildung von schwarzem
Pigment. Ein geübtes Auge wird diese Vertreter immer
unter den rein schwarzen herausfinden und entsprechend
bei der Bewertung abstufen.
In der
Vererbungslehre wird Schwarz mit dem Faktor E
beschrieben, welcher mit dem Faktor C für die
vollständige Ausbreitung des schwarzen Pigmentes
zuständig ist. Auf den ersten Blick verlockend ist daher
die Vermutung, dass schwarze Tiere auch immer
schieferblaue bis schwarze Läufe haben müssten.
Dem ist
jedoch nicht so. Bei der Vererbung der Lauffarbe kommen
weitere Faktoren hinzu, welche in unterschiedlicher
Zusammensetzung auch zu den verschiedensten Lauffarben
führen können. So haben zum Beispiel schwarze Italiener
und Wyandotten gelbe Läufe während schwarze Araucana
weidengrüne bis schwarzolive Läufe mit gelber
Sohlenfarbe haben. Aus diesem Blickwinkel verwundert es
dann nicht mehr, dass Rassen mit schwarzem Gefieder und
schwarzen Läufen dann auch noch unterschiedliche
Sohlenfarben haben können. Schwarze Australorps weisen
zum Beispiel eine hellhornfarbige Zehenunterseite auf
während die schwarzen Jersey Giants eine gelbe
Sohlenfarbe haben. Schwarze Jersey Giants haben in
Ausnahmefällen aber zulässigerweise auch einen
weidengrünen Anflug auf ihren grundsätzlich schwarzen
Läufen. Berücksichtigt man dies, so schließt sich der
Kreis von den gelben Läufen der Italiener über die
weidengrünen der Araucana hin zu den schwarzen Läufen
unserer Rassen mit schwarzem Gefieder.
Im
Zusammenhang mit der Lauffarbe an dieser Stelle noch ein
kleiner Warnhinweis an die experimentierfreudigen
Züchter in unserer Runde. Hier kombiniert der eine oder
andere gern einmal aus dem Farbangebot seiner Rasse,
seien es nun Seidenhühner, Zwerg-Paduaner oder
Zwerg-Holländer Haubenhühner den gesperberten mit dem
schwarzen Farbenschlag. Unter Berücksichtigung des
geschlechtsgebunden vererbten Sperberfaktors ist das
Ergebnis keine Hexerei und sehr schnell hat man in der
Gefiederfarbe wieder ausstellungsfähige Exemplare.
Sowohl in gesperbert als auch in schwarz? Die Züchter
berücksichtigen nur in den seltensten Fällen das der
Sperberfaktor immer auch zur Unterdrückung von schwarzem
Pigment in den Läufen führt. Reinerbig gesperberte Tiere
haben fleischfarbige, evtl. grau angelaufene Läufe. Ein
entschiedenes Nein muss daher geäußert werden, wenn die
gesperberten Tiere zur Aufbesserung von schwarz dienen
sollten. Wie schon angegeben, bleiben alle Erbmerkmale
erhalten und spätesten in der dritten Generation, wäre
die gesamte schwarze Zuchtlinie durch den Sperberfaktor
zerstört. Aus der vorstehend genannten Verpaarung fallen
im Rahmen der Aufspaltung später schwarze Tiere an, die
nicht mehr die ursprüngliche schieferblaue bis schwarze
Lauffarbe haben. Das Erbe ihrer gesperberten Ahnen zeigt
sich in aufgehellten Läufen. Damit sind sie im
Wettbewerb eigentlich chancenlos.
Zum
Abschluss noch eine Anmerkung zur schwarzen Farbe der
Deutschen Zwerghühner:
Das
samtschwarz dieser Rasse soll sich geschlechtsgebunden
vererben. Demnach an das X-Chromosom gekoppelt und daher
beim Hahn 2 x und bei der Henne 1 x vorkommen.
Für mich
war diese Aussage völliges Neuland und daher habe ich
sie angezweifelt. Und was war die Antwort: „Hast Du es
schon einmal ausprobiert? Nein, dann versuche es doch
einmal.“
Wenn
nicht ich, dann aber vielleicht ein geneigter Leser?
Porta
Westfalica, im Februar 2010
Günter Droste
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