Zwerg-Holländer Haubenhühner  

 Gelbe Weißhauben – Raritäten im Aufwind 

HSS 1996 in Kindsbach, Herbert Bohling, Verden

HSS 2008 in Gladbeck, Olaf Thiel, Sebnitz

Irgendwann in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts reifte im Osten unserer Republik der Gedanke, aus einer Zufallsverpaarung auf dem Hof von Olaf Thiel, Sebnitz, die gelben Zwerg-Holländer Haubenhühner zu schaffen. Ein gelber Italienerhahn und eine schwarze Zwerg-Holländer Haubenhuhn-Henne waren eher zufällig und ungewollt die Ausgangstiere. Als die Zwerghenne plötzlich mit ihren Küken zum Vorschein kam, stellte der Züchter fest, daß diese gelb waren und einen kleinen Schopf hatten. Leider fielen diese Tiere einem Marder zum Opfer. Aber Olaf Thiel hatte es sich nun in den Kopf gesetzt, gelbe Weißhauben zu schaffen. Mit Unterstützung von Fritz Schöne, Sebnitz, wurde besprochen, welche Tiere als Ausgangsbasis zum Einsatz kommen sollten. Ein in der Form ähnlicher und in der gelben Farbe perfekter Hahn sollte verwendet werden. Als Henne diente eine schwarze Zwerg-Weißhauben-Henne. Da ein Zwerg-Italiener-Hahn zu dieser Zeit nicht zu bekommen war, wurde es mit 1,0 Zwerg-Plymouth Rocks versucht. Innerhalb kürzester Zeit waren gelbe Tiere mit weißer Haube vorhanden, die aber in der geforderten Landhuhnform, nicht den Holländern ähnelten. Als nächstes versuchte er es mit 1,0 Zwerg-Italiener x Zwerg-Holländer Hauben-Hennen. Durch die Versuche dachte er, daß die Farbe nur über den Hahn zu erzielen ist, was inzwischen widerlegt ist. Grundvoraussetzung ist hier, daß beide Elterntiere reinerbig sind. Versuche, die Tiere mit chamois-weißgesäumten Zwerg-Paduanern zu verbessern scheiterten. Der Erbfaktor für die Säumung geht nicht zu unterdrücken und so waren alle Nachzuchttiere weißgezeichnet.  Erst die Einkreuzung eines gelben Seidenhahnes brachten die gewünschten Erfolge, jedoch fehlte es der Nachzucht an der notwendigen Rückenlänge. Diese wurde wieder durch die Einkreuzung reinerbiger Weißhauben verbessert. Im Laufe der Zeit fand Olaf Thiel in Manfred Thiemig, Radeburg, einen Mitstreiter für diese Farbe und so wurden die Gelben Zwerg Holländer Haubenhühner, Weißhauben 1989 auf der Kleintiersiegerschau in Leipzig  anerkannt. Später kam u.a. Udo Weidmann, Hahnheim, als Mitstreiter dazu, der das Fähnlein Anfang der 90er Jahre maßgebend oben hielt. In den letzten Jahren hat dieser Farbenschlag in der Quantität die anderen seltenen Farben der Zwerg-Holländer Haubenhühner überholt. Der Freundeskreis dieser Farbe ist recht klein, aber heute arbeiten mit Olaf Thiel und Udo Weidmann zwei ernsthafte Züchter an diesem Farbenschlag. Darüber hinaus ist der Farbenschlag im europäischen Raum und in den USA besonders beliebt und wird von recht vielen Züchtern betreut.

Jungtiere von gelben Zwerg-Holländer Weißhauben bei O. Thiel, Sebnitz. Die für dieses Alter typische, völlig gelbe Haube wird nach der nächsten Mauser weiß

Die Zucht und Haltung der Gelben ist nicht schwerer als die der anderen Haubenhühner. Eine Besonderheit in diesem Farbenschlag ist die bei vielen Küken vollkommen gelbe Haube, welche erst nach der 3. oder 4. Jungtiermauser weiß umfärbt. Dieser Umstand ist besonders darauf zurückzuführen, daß der farbige Schopf der oben erwähnten Seidenhuhneinkreuzung immer wieder durchkommt, aber rezessiv, so daß die letzte Feder weiß ist. Dies hat schon oft dazu geführt, daß Züchter vor Erreichen der ersten Zuchtperiode damit wieder aufgehört haben. Mittlerweile werden durch Erkenntnis der Erbvorgänge, hochwertige schwarze Tiere eingekreuzt und nach Verpaarung der Geschwister, erhält man bereits im zweiten Jahr gelbe Weißhauben, wenn auch noch mit etwas Schwarzanteil, welcher dann ausselektiert werden muß.  Der Schmetterling, so nennt man den geputzten, farbigen Abschnitt der Haubenfront, muß wie bei den anderen Farben nachgebessert werden. Dazu ist einige Übung notwendig und in jedem Fall darf es nur mit der Schere erfolgen. Durch das verbotene ausreißen der Federn entstehen Kahlstellen, welche mit der Note o.B. geahndet werden und darüber hinaus verliert die Haube an Halt. Beim Putzen mit einer kleinen Schere ist darauf zu achten, daß farbige Federn über dem Auge und in der hinteren Haube, alle am Grund der Feder abgeschnitten werden. Die zu verschneidenden Federn im vorderen Bereich der Haube liegen hinter den stehenbleibenden Federn des oben genannten Schmetterlings.

  Muß man hier zuviel Federn entfernen, entsteht ein Loch und die Haube ist nicht mehr geschlossen. Deshalb kann man diese auch nach dem ersten Drittel des Kieles verschneiden. Es ist zu empfehlen, daß Züchter, welche dies das erste Mal durchführen, daß an Tieren, welche nicht zur Ausstellung kommen probieren. Gleichzeitig muß darauf hingewiesen werden, daß Tiere mit zu stark farbig durchsetzter Haubenfarbe nicht für die Ausstellung geeignet sind. Alle Hauben werden nach dem Putzen gewaschen und anschließend in einem warmen Raum zum trocknen gesetzt. In den letzten Jahren ist die Haubenfülle so dicht, daß ein Binden der Hauben entfällt. Durch starke Sonneneinstrahlung und in Verbindung mit Wasser kann es schnell zur Aufhellung der gelben Gefiederfarbe kommen. Diese Eigenschaft haben alle gelben Hühnerrassen, wodurch etwas Geschick dazugehört, die Schlupftermine so zu legen, daß zu den entsprechenden Schauen, Tiere mit einheitlicher gelber Farbe vorhanden sind. Diese bildet zu der weißen Haube mit gelben Schmetterling einen sehr schönen Kontrast. Der Standardforderung nach gleichmäßig gelber Farbe in beiden Geschlechtern, mit dunkel gelben Behängen der Hähne ist Nichts hinzuzusetzen. Leichte schwarze Einlagerungen in Schwung- und Steuerfedern sind gestattet und dienen als Farbstoffreserve. Bei der Erzüchtung und auch bei der Zulassung stand die Lauffarbe im Blickpunkt. Bedingt durch die Seidenhuhnanleihe fielen weidengrüne Läufe an. Die Italiener mischten sich mit gelben Läufen ein. Die Forderung im Anerkennungsverfahren nach fleischfarbigen Läufen zeigte bald, daß dies unrealistisch ist und somit werden heute blaue Läufe angestrebt, wobei fleischfarbig noch zugelassen ist. Sehr selten treten Hörnerkämme als grobe Fehler auf. Ein Zuchtschwerpunkt stellen zur Zeit die Ausbildung korrekter Kehllappen dar und sollte durch entsprechende Selektion in der Zukunft verbessert werden.

Die Legeleistung der Gelben liegt mit 140 Eiern etwas über dem Durchschnitt der anderen Farbenschläge. Die Eier sind kunstbruttauglich, gelegentlich brüten die Hennen aber auch selbst. Das Bruteiermindestgewicht sollte 35 g betragen. Die Küken sind widerstandsfähig und benötigen nicht länger Zusatzwärme als andere Rassen.

Ständig muß man aber um Ausgleich in der Zucht bemüht sein, sonst werden die Tiere zu hell oder scheckig. Mit der Sichtfreiheit haben die Tiere kein Problem.

Sollte Ihr Interesse geweckt sein, setzen sie sich mit uns in Verbindung, wir helfen bei der Beschaffung von Zuchttieren.

Norbert Niemeyer

 

Kontakt:

1. Vors. des SV

Frank Peschke

Hertigswalder Kirchweg 3

01855 Sebnitz

www.sv-silkies-polands.de

 

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