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Zwerg-Holländer Haubenhühner
Gelbe
Weißhauben – Raritäten im Aufwind
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Irgendwann in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts
reifte im Osten unserer Republik der Gedanke, aus einer
Zufallsverpaarung auf dem Hof von Olaf Thiel, Sebnitz,
die gelben Zwerg-Holländer Haubenhühner zu schaffen. Ein
gelber Italienerhahn und eine schwarze Zwerg-Holländer
Haubenhuhn-Henne waren eher zufällig und ungewollt die
Ausgangstiere. Als die Zwerghenne plötzlich mit ihren
Küken zum Vorschein kam, stellte der Züchter fest, daß
diese gelb waren und einen kleinen Schopf hatten. Leider
fielen diese Tiere einem Marder zum Opfer. Aber Olaf
Thiel hatte es sich nun in den Kopf gesetzt, gelbe
Weißhauben zu schaffen. Mit Unterstützung von Fritz
Schöne, Sebnitz, wurde besprochen, welche Tiere als
Ausgangsbasis zum Einsatz kommen sollten. Ein in der
Form ähnlicher und in der gelben Farbe perfekter Hahn
sollte verwendet werden. Als Henne diente eine schwarze
Zwerg-Weißhauben-Henne. Da ein Zwerg-Italiener-Hahn zu
dieser Zeit nicht zu bekommen war, wurde es mit 1,0
Zwerg-Plymouth Rocks versucht. Innerhalb kürzester Zeit
waren gelbe Tiere mit weißer Haube
vorhanden, die aber in der
geforderten Landhuhnform, nicht den Holländern ähnelten.
Als nächstes versuchte er es mit 1,0 Zwerg-Italiener x
Zwerg-Holländer Hauben-Hennen. Durch die Versuche dachte
er, daß die Farbe nur über den Hahn zu erzielen ist, was
inzwischen widerlegt ist. Grundvoraussetzung ist hier,
daß beide Elterntiere reinerbig sind. Versuche, die
Tiere mit chamois-weißgesäumten Zwerg-Paduanern zu
verbessern scheiterten. Der Erbfaktor für die Säumung
geht nicht zu unterdrücken und so waren alle
Nachzuchttiere weißgezeichnet. Erst die Einkreuzung
eines gelben Seidenhahnes brachten die gewünschten
Erfolge, jedoch fehlte es der Nachzucht an der
notwendigen Rückenlänge. Diese wurde wieder durch die
Einkreuzung reinerbiger Weißhauben verbessert. Im Laufe
der Zeit fand Olaf Thiel in Manfred Thiemig, Radeburg,
einen Mitstreiter für diese Farbe und so wurden die
Gelben Zwerg Holländer Haubenhühner, Weißhauben 1989 auf
der Kleintiersiegerschau in Leipzig anerkannt. Später
kam u.a. Udo Weidmann, Hahnheim, als Mitstreiter dazu,
der das Fähnlein Anfang der 90er Jahre maßgebend oben
hielt. In den letzten
Jahren hat dieser Farbenschlag in der Quantität die
anderen seltenen Farben der Zwerg-Holländer Haubenhühner
überholt. Der Freundeskreis dieser Farbe ist recht
klein, aber heute arbeiten mit Olaf Thiel und Udo
Weidmann zwei ernsthafte Züchter an diesem Farbenschlag.
Darüber hinaus ist der Farbenschlag im europäischen Raum
und in den USA besonders beliebt und wird von recht
vielen Züchtern betreut.
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Die Zucht und Haltung der Gelben ist nicht
schwerer als die der anderen Haubenhühner. Eine
Besonderheit in diesem Farbenschlag ist die bei
vielen Küken vollkommen gelbe Haube, welche erst
nach der 3. oder 4. Jungtiermauser weiß umfärbt.
Dieser Umstand ist besonders darauf
zurückzuführen, daß der farbige Schopf der oben
erwähnten Seidenhuhneinkreuzung immer wieder
durchkommt, aber rezessiv, so daß die letzte
Feder weiß ist. Dies hat schon oft dazu geführt,
daß Züchter vor Erreichen der ersten
Zuchtperiode damit wieder aufgehört haben.
Mittlerweile werden durch Erkenntnis der
Erbvorgänge, hochwertige schwarze Tiere
eingekreuzt und nach Verpaarung der Geschwister,
erhält man bereits im zweiten Jahr gelbe
Weißhauben, wenn auch noch mit etwas
Schwarzanteil, welcher dann ausselektiert werden
muß. Der Schmetterling, so nennt man den
geputzten, farbigen Abschnitt der Haubenfront,
muß wie bei den anderen Farben nachgebessert
werden. Dazu ist einige Übung notwendig und in
jedem Fall darf es nur mit der Schere erfolgen.
Durch das verbotene ausreißen der Federn
entstehen Kahlstellen, welche mit der Note o.B.
geahndet werden und darüber hinaus verliert die
Haube an Halt.
Beim Putzen mit einer kleinen Schere ist darauf
zu achten, daß farbige Federn über dem Auge und
in der hinteren Haube, alle am Grund der Feder
abgeschnitten werden. Die zu verschneidenden
Federn im vorderen Bereich der Haube liegen
hinter den stehenbleibenden Federn des oben
genannten Schmetterlings. |
Muß man hier zuviel Federn entfernen, entsteht ein Loch
und die Haube ist nicht mehr geschlossen. Deshalb kann
man diese auch nach dem ersten Drittel des Kieles
verschneiden. Es ist zu empfehlen, daß Züchter, welche
dies das erste Mal durchführen, daß an Tieren, welche
nicht zur Ausstellung kommen probieren. Gleichzeitig muß
darauf hingewiesen werden, daß Tiere mit zu stark farbig
durchsetzter Haubenfarbe nicht für die
Ausstellung geeignet sind. Alle Hauben werden nach dem
Putzen gewaschen und anschließend in einem warmen Raum
zum trocknen gesetzt. In den letzten Jahren ist die
Haubenfülle so dicht, daß ein Binden der Hauben
entfällt. Durch starke Sonneneinstrahlung und in
Verbindung mit Wasser kann es schnell zur Aufhellung der
gelben Gefiederfarbe kommen. Diese Eigenschaft haben
alle gelben Hühnerrassen, wodurch etwas Geschick
dazugehört, die Schlupftermine so zu legen, daß zu den
entsprechenden Schauen, Tiere mit einheitlicher gelber
Farbe vorhanden sind. Diese bildet zu der weißen Haube
mit gelben Schmetterling einen sehr schönen Kontrast.
Der Standardforderung nach gleichmäßig gelber Farbe in
beiden Geschlechtern, mit dunkel gelben Behängen der
Hähne ist Nichts hinzuzusetzen. Leichte schwarze
Einlagerungen in Schwung- und Steuerfedern sind
gestattet und dienen als Farbstoffreserve. Bei der
Erzüchtung und auch bei der Zulassung stand die
Lauffarbe im Blickpunkt. Bedingt durch die
Seidenhuhnanleihe fielen weidengrüne Läufe an. Die
Italiener mischten sich mit gelben Läufen ein. Die
Forderung im Anerkennungsverfahren nach fleischfarbigen
Läufen zeigte bald, daß dies unrealistisch ist und somit
werden heute blaue Läufe angestrebt, wobei fleischfarbig
noch zugelassen ist. Sehr selten treten Hörnerkämme als
grobe Fehler auf. Ein Zuchtschwerpunkt stellen zur Zeit
die Ausbildung korrekter Kehllappen dar und sollte durch
entsprechende Selektion in der Zukunft verbessert
werden.
Die Legeleistung der Gelben liegt mit 140 Eiern etwas
über dem Durchschnitt der anderen Farbenschläge. Die
Eier sind kunstbruttauglich, gelegentlich brüten die
Hennen aber auch selbst. Das Bruteiermindestgewicht
sollte 35 g betragen. Die Küken sind widerstandsfähig
und benötigen nicht länger Zusatzwärme als andere
Rassen.
Ständig muß man aber um Ausgleich in der Zucht bemüht
sein, sonst werden die Tiere zu hell oder scheckig. Mit
der Sichtfreiheit haben die Tiere kein Problem.
Sollte Ihr Interesse geweckt sein, setzen sie sich mit
uns in Verbindung, wir helfen bei der Beschaffung von
Zuchttieren.
Norbert Niemeyer
Kontakt:
1. Vors. des SV
Frank Peschke
Hertigswalder Kirchweg 3
01855 Sebnitz
www.sv-silkies-polands.de
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