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Seidenhühner
Dieses durch ihr hauptsächlich
seidiges Gefieder reizenden und beliebten Hühnchen
besitzen in ihrer blauen Hautfarbe noch eine besondere
Eigenart. Sehr geschätzt werden sie als unübertreffliche
Brüterinnen. In ihrem gedrungenen Körperbau ähneln sie
sehr den Zwerg-Cochin. Der kleine, rundliche Schopf
trägt beim Hahn einen nach hinten liegenden Federschopf,
bei der Henne eine mäßig große Vollhaube. Der bläuliche
Schnabel ist mittellang. Ein kurzer, möglichst kleiner,
warzenartiger Rosenkamm, ohne Spitze, ist blaurot. das
kleine Gesicht ist schwärzlichblau. Die Augen sind
schwarzbraun. Die blauen Ohrscheiben sind klein und
länglich rund, die rotblauen Kehllappen rund. Der sehr
breite und kurze Rücken soll beim Hahn in schöner
Wölbung über den weichfiedrigen Sattel, bei der Henne
über ein gut ausgebildetes Kissen aufsteigen. Der kurze
Schwanz hat nur wenig ausgebildete Steuerfedern und
Sicheln. Die sehr volle und runde Brust wird tief
getragen. Die kurzen, breiten, hochgetragenen Flügel
werden etwas lose gehalten. Die kurz erscheinenden
Schenkel sind voll befiedert. Die ziemlich kurzen,
blauen Läufe sind fünfzehig. Lauf und äußere Zehe haben
kurze Befiederung. Von der seidenhaarähnlichen,
möglichst vollkommen aufgelockerten Federbildung soll
das gesamte Gefieder erfaßt werden.
Als ursprünglicher Farbenschlag
sind die weißen Seidenhühner zu betrachten, doch gibt es
auch schwarze, blaue und wildfarbene.
Schlußwort
Gegen früher, die
Zeit vor 1914, ist die Zahl der Zwerghühnerrassen zwar
gewaltig groß geworden, aber auch einzelne altbekannte
Rassen sind wieder verschwunden oder werden doch nicht
mehr gezeigt. Wir haben deshalb auch die
Struppzwerghühner nicht mehr genannt, obwohl sie noch
als anerkannt gelten. Wenn sie sich neben den gelockten
Chabos, die heute stark verbreitet sind, halten wollten,
müßten sie im mehreren Punkten bestimmter
herausgezüchtet werden. Umstritten ist übrigens die
Eingliederung der sehr seltenen Asil, die ja ebenfalls
nicht aufgeführt werden. Sie werden offiziell zu den
Großrassen gezählt, gehören aber entsprechend ihrer
Körpergröße zu den Zwerghühnern.
Ist es an sich auch
recht bedauerlich, wenn einzelne, sonst sehr geschätzte
Rassen durch sinkendes Interesse in Züchterkreisen
gänzlich an Bedeutung verlieren, so wollen wir doch
dankbar dafür sein, daß die vermehrte Zahl der Rassen
eine ungleich größere Werbekraft besitzt und zur
Verbreitung der Zwerghühner in ungeahnter Weise
beigetragen hat. Wer heute Zwerghühner züchten
oder halten will, findet einen Formen- und
Farbenreichtum vor, wie er größer, schöner und
interessanter auch bei Großrassen nicht vorhanden ist.
Dabei kommt sowohl der reine Geflügelliebhaber als auch
der Rassezüchter in denkbar bester Weise auf seine
Rechnung. Wer züchten will, soll es aber ernsthaft tun.
um Erfolge, ideale und wirtschaftliche, zu erzielen,
müssen wir die erwählte Rasse erst genau kennenlernen,
ein dauernder Wechsel führt nicht zum Ziele. es ist in
diesem Büchlein mancher Wink dafür gegeben, wie es
gemacht werden muß, um an der Zucht der Zwerghühner, an
Ihrer Schönheit und an ihren Leistungen Freude zu haben.
Geheimmittel gibt es dafür nicht. Aber es gibt ein
Mittel, um das Interesse an der Zucht stets wach zu
halten, sich alle neuen Erfahrungen zueigen zu machen,
eigene Beobachtungen weiter zu geben und mit den von
gleichen Idealen beseelten Züchtern in Fühlung zu kommen
und zu bleiben, nämlich die Fachpresse. Diese bringt in
jeder Nummer eine große Fülle von Stoff, stets reich mit
neuesten Aufnahmen bebildert, und in Abständen mit einem
farbigen Bild als Beilage, aus allen Gebieten der
Geflügelzucht. In belehrender, erzählender oder
wissenschaftlicher Form, findet jeder Züchter immer
wieder eine neue Anregung, die ihm von Nutzen sein kann.
Die Liebe zu seine Zwerghühnern bringt jeder Züchter
schon mit, in seiner Organisation findet er
Kameradschaft und durch die Fachpresse und ein gutes
Buch über Geflügelzucht bereichert er ständig sein
Wissen. |