Seidenhühner im Jahr 1940

Der abgebildete Bericht zeigt Seidenhühner und beschreibt den damaligen Standard

 

 

Seidenhühner

Dieses durch ihr hauptsächlich seidiges Gefieder reizenden und beliebten Hühnchen besitzen in ihrer blauen Hautfarbe noch eine besondere Eigenart. Sehr geschätzt werden sie als unübertreffliche Brüterinnen. In ihrem gedrungenen Körperbau ähneln sie sehr den Zwerg-Cochin. Der kleine, rundliche Schopf trägt beim Hahn einen nach hinten liegenden Federschopf, bei der Henne eine mäßig große Vollhaube. Der bläuliche Schnabel ist mittellang. Ein kurzer, möglichst kleiner, warzenartiger Rosenkamm, ohne Spitze, ist blaurot. das kleine Gesicht ist schwärzlichblau. Die Augen sind schwarzbraun. Die blauen Ohrscheiben sind klein und länglich rund, die rotblauen Kehllappen rund. Der sehr breite und kurze Rücken soll beim Hahn in schöner Wölbung über den weichfiedrigen Sattel, bei der Henne über ein gut ausgebildetes Kissen aufsteigen. Der kurze Schwanz hat nur wenig ausgebildete Steuerfedern und Sicheln. Die sehr volle und runde Brust wird tief getragen. Die kurzen, breiten, hochgetragenen Flügel werden etwas lose gehalten. Die kurz erscheinenden Schenkel sind voll befiedert. Die ziemlich kurzen, blauen Läufe sind fünfzehig. Lauf und äußere Zehe haben kurze Befiederung. Von der seidenhaarähnlichen, möglichst vollkommen aufgelockerten Federbildung soll das gesamte Gefieder erfaßt werden.

Als ursprünglicher Farbenschlag sind die weißen Seidenhühner zu betrachten, doch gibt es auch schwarze, blaue und wildfarbene.

Schlußwort

Gegen früher, die Zeit vor 1914, ist die Zahl der Zwerghühnerrassen zwar gewaltig groß geworden, aber auch einzelne altbekannte Rassen sind wieder verschwunden oder werden doch nicht mehr gezeigt. Wir haben deshalb auch die Struppzwerghühner nicht mehr genannt, obwohl sie noch als anerkannt gelten. Wenn sie sich neben den gelockten Chabos, die heute stark verbreitet sind, halten wollten, müßten sie im mehreren Punkten bestimmter herausgezüchtet werden. Umstritten ist übrigens die Eingliederung der sehr seltenen Asil, die ja ebenfalls nicht aufgeführt werden. Sie werden offiziell zu den Großrassen gezählt, gehören aber entsprechend ihrer Körpergröße zu den Zwerghühnern.

Ist es an sich auch recht bedauerlich, wenn einzelne, sonst sehr geschätzte Rassen durch sinkendes Interesse in Züchterkreisen gänzlich an Bedeutung verlieren, so wollen wir doch dankbar dafür sein, daß die vermehrte Zahl der Rassen eine ungleich größere Werbekraft besitzt und zur Verbreitung der Zwerghühner in ungeahnter Weise beigetragen hat. Wer  heute Zwerghühner züchten oder halten will, findet einen Formen- und Farbenreichtum vor, wie er größer, schöner und interessanter auch bei Großrassen nicht vorhanden ist. Dabei kommt sowohl der reine Geflügelliebhaber als auch der Rassezüchter in denkbar bester Weise auf seine Rechnung. Wer züchten will, soll es aber ernsthaft tun. um Erfolge, ideale und wirtschaftliche, zu erzielen, müssen wir die erwählte Rasse erst genau kennenlernen, ein dauernder Wechsel führt nicht zum Ziele. es ist in diesem Büchlein mancher Wink dafür gegeben, wie es gemacht werden muß, um an der Zucht der Zwerghühner, an Ihrer Schönheit und an ihren Leistungen Freude zu haben. Geheimmittel gibt es dafür nicht. Aber es gibt ein Mittel, um das Interesse an der Zucht stets wach zu halten, sich alle neuen Erfahrungen zueigen zu machen, eigene Beobachtungen weiter zu geben und mit den von gleichen Idealen beseelten Züchtern in Fühlung zu kommen und zu bleiben, nämlich die Fachpresse. Diese bringt in jeder Nummer eine große Fülle von Stoff, stets reich mit neuesten Aufnahmen bebildert, und in Abständen mit einem farbigen Bild als Beilage, aus allen Gebieten der Geflügelzucht. In belehrender, erzählender oder wissenschaftlicher Form, findet jeder Züchter immer wieder eine neue Anregung, die ihm von Nutzen sein kann. Die Liebe zu seine Zwerghühnern bringt jeder Züchter schon mit, in seiner Organisation findet er Kameradschaft und durch die Fachpresse und ein gutes Buch über Geflügelzucht bereichert er ständig sein Wissen.

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