Selektionskriterien bei den Vollhaubenhühnern

 

Auch wenn die Zwerg Holländer Haubenhühner und Zwerg Paduaner nicht fünf Zehen haben, wonach die Seidenhühner zuerst aussortiert werden, gibt es auch bei den erstgenannten Rassen eine ganze Anzahl von Kriterien um die Kükenzahl zu begrenzen und somit effektiv Futter und Kosten zu sparen, aber auch den verbliebenen Tieren mehr Platz für eine optimale Entwicklung zu bieten.

Dabei gehe ich in meiner Zucht nach folgenden Kriterien und Abläufen vor. Nach dem Schlupf markiere ich  die Küken mit kleinen Flexi Ringen um die Abstammung im Zuchtbuch festzuhalten und dabei habe ich jedes Küken in der Hand. Küken mit unkorrekter Beinstellung, wie es bei der Kunstbrut immer wieder mal vorkommt und solche mit fehlenden Zehennägeln fallen  sofort heraus. Bei den blauen Zwerg Paduanern benötige ich nicht in jedem Jahr die anfallenden splash – farbenen Tiere und kann diese gegebenenfalls auch aussortieren.

Nach der zweiten Woche, werden die Kükenringe durch Kükenmarken ersetzt und ich habe jedes Küken wieder in der Hand. Jetzt kann ich schon nachsehen, ob die Hufeisennase schief ausgebildet ist, oder ob schiefe Schnäbel dabei sind. Auch die Zehen werden nochmals überprüft. Durch das züchten mit kleineren Hauben, fallen immer wieder Tiere mit einer zu kleinen Protuberanz und darauf bildet sich nur ein kleiner Schopf. Da sich diese Tiere nicht zur Weiterzucht eignen, können diese auch aussortiert werden. Farblich habe ich die Erfahrung gemacht, daß schwarze Zwerg Paduaner mit weißem Fleck in der Haube, später zu viele weiße Haubenfedern besitzen und bei den Zwerg Holländer Weißhauben haben Küken mit schwarzem Fleck in der Hauben keine Aussicht auf sehr gute Qualität. Andere Zeichnungskriterien lassen sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennen und gerade bei den gesäumten Zwerg Paduanern ist die richtige Zeichnung erst mit der letzten Feder erkennbar. Hier dürfen nicht zu früh falsche Schlüsse gezogen werden. Ein weiterer Zeitpunkt ist das Beringen der Tiere, wo ich wiederum alle in der Hand habe und jetzt besonders danach sehe, ob es Veränderungen am Schnabel, der Hufeisennase , der Zehen oder dem Skelett gegeben hat. Zu diesem Zeitpunkt sind schon die ersten endgültigen Schwungfedern sichtbar und ich kann jetzt Tiere mit Farbmängeln in diesem Bereich aussortieren.

In der Folgezeit werden alle Jungtiere mit Ansatz zu Kammfleisch und mit ca. 16 Wochen auch nach den geforderten Zeichnungen sortiert.

Ich hoffe, daß diese Zeilen für den einen oder anderen Züchter eine Hilfe bei der diesjährigen Nachzucht sind.

 

Frank Peschke

 

© Copyright & Design liegt beim Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerghaubenhühner