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Siamesische
Zwerg-Seidenhühner
Am 06.05.1999 erfolgte anlässlich der Sitzung des
Bundeszuchtausschusses in Cottbus die Anerkennung des
Siamesischen Zwerg-Seidenhuhnes. Etwas mehr als 10 Jahre
sind seit dem vergangen und die anfängliche Euphorie,
die alles Neue mit sich zu bringen scheint, ist
inzwischen verpufft und dieses doch so aparte Zwerghuhn
sucht auf diesem Wege nach neuen engagierten Züchtern.
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Ein Blick zurück in die Vergangenheit
Bevor ich mich mit der neueren Geschichte der Rasse
beschäftigen möchte will ich eine etwas längere Reise in
die Vergangenheit unternehmen.
Ich gehe wahrscheinlich zutreffend davon aus, dass
selbst den meisten interessierten Rassegeflügelzüchtern
der heutigen Generation kaum noch bekannt sein dürfte,
dass noch vor 100 bis 150 Jahren die Unterscheidung
zwischen dem dunkelhäutigen Japanischen Seidenhuhn und
dem Siamesischen Seidenhuhn mit heller Haut
selbstverständlich war.
In älterer Literatur findet man immer wieder Hinweise
und Abbildungen beider Rassen. Ganz bewusst wurde damals
zwischen dem Japanischen Seidenhuhn, dem Siamesischen
Seidenhuhn und, man höre und staune, dem
Zwerg-Seidenhuhn unterschieden.
Bruno Dürigen (Katechismus der Geflügelzucht, 1889) und
A. C. Eduard Baldamus (Illustriertes Handbuch der
Federviehzucht, 3. Auflage 1896) beschreiben unter
Berufung auf den englische
Zoologen und
Ornithologen Edward Blyth (*23. Dezember 1810 in London; †
27. Dezember 1873) als die Heimat dieser Rasse die
Malakka-Halbinsel in Südostasien und somit den Südteil
der Malaiische Halbinsel, welche auch Malacca- oder
Malakka-Halbinsel genannt wird. Von dort aus soll der
Weg über Singapur nach Ostindien und dann nach Europa
geführt haben.
Wie zu erwarten ist die Rassebeschreibung bei Dürigen
und Baldamus inhaltlich nahezu übereinstimmend. Demnach
ähnelt die Rasse dem großen Japanischen Seidenhuhn,
wobei sie ist jedoch etwas kleiner ist. Nach Dürigen hat
diese Rasse eine rötlichweiße Haut- und Fleischfarbe.
Baldamus verwendet an dieser Stelle den Begriff der
„gewöhnlichen Haut- und Fleischfarbe“ - während die
Knochenhaut schwarz sein soll. Weitere
Unterscheidungsmerkmale zu den „Japanern“ sind ferner
ein einfacher roter Kamm, rotes Gesicht, rote Ohr- und
Kehllappen sowie ein gelber Schnabel und gelbe Füße.
„Die Federhaube fehlt entweder ganz oder ist nur
unbedeutend, die Füße sind entweder nackt oder
befiedert, der Schwanz des Hahnes ist gut besichelt“
endet die Beschreibung bei Dürigen.
Auch in dem „Geflügelalbum“ des Tiermalers Jean Bungartz
werden 1885 beide Varianten des Seidenhuhnes genannt und
die Siamesischen Seidenhühner mit rotem Gesicht und
Einfachkamm, jedoch ohne Haube oder Schopf abgebildet.
Im Gegensatz zum Siamesischen Seidenhuhn stellt der
gleiche Künstler die Japanischen Seidenhühner mit
Rosenkamm und Schopf dar. Interessanter Weise haben bei
Bungartz und insoweit im Gegensatz zu Dürigen und
Baldamus beide Rassen auf den Abbildungen schiefergraue
Läufe.
Unter der Bezeichnung Deutsche Seidenhühner (Nationale
Zwerghuhnschau Berlin-Lichtenfelde, 1920) bzw.
weißfleischige Seidenhühner (Abteilung Neuzüchtungen,
37. Deutsche Zwerghuhnschau Herford, 1965) tauchen in
späteren Jahren noch zweimal vom Japanischen Seidenhuhn
abweichende Varianten auf den Ausstellungen des BDRG
auf. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die
Deutschen Seidenhühner damals hellhäutig, glattfüßig und
normalzehig präsentiert wurden.
Grundsätzlich muss jedoch davon ausgegangen werden, dass
das Siamesische Seidenhuhn bereits um 1900 in Europa
ausgestorben ist. Selbst Dürigen bemerkte seiner Zeit
„Gegenwärtig sieht man es bei uns gar nicht mehr.“ |
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Die neuere Geschichte
Auf Grund einer Mutation fielen im Jahre 1989 bei Sven
Neumann aus Oyten die ersten Zwerg-Seidenhühner mit
hellem Fleisch an. Neben hellem Fleisch, roten
Kopfpunkten und weißer Haut zeigten die Tiere hellgraue
Läufe, weiße Ohrscheiben und einen fleischfarbenen
Schnabel. Eigentlich waren diese für die Küche gedacht
und dort wären sie sicherlich auch gelandet hätte es
nicht nach dem Studium alter Fachliteratur den Beschluss
zur gezielten Weiterzucht gegeben.
Orientierungsgrundlage der „neuen“ Rasse waren die
bereits vorhandenen Zwerg-Seidenhühner wobei als
entsprechende Unterscheidungsmerkmale neben der hellen
Fleisch- und Hautfarbe, den roten Kopfpunkten, gelben
Läufen sowie ein gelber Schnabel gefordert werden
sollten. Vergleicht man diese Merkmale mit der
Beschreibung der damaligen Ausgangstiere bekommt man
unweigerlich Bauchschmerzen. Da waren viele Punkte deren
Veränderung angestrebt wurde.
Zur Festigung des einmal gesetzten Zieles wurde eine 0,1
Zwerg-Cochin in die Zucht eingestellt. Die Verpaarung
der Ausgangstiere zeigte leider keine Verbesserung in
den angestrebten Rassemerkmalen. Es waren nach wie vor
die unerwünschten grauen Läufe nebst grauen Flecken auf
den Schnäbeln vorhanden. Da sich in Seidenfiedrigkeit
rezessiv vererbt waren - wie erwartet - sämtliche Küken
dieser Nachzucht selbstverständlich mit „normalem“
Gefieder versehen.
Die ersten brauchbaren Tiere mit gelben Läufen und roten
Ohrlappen, zu dem seidenfiedrig, traten 1991 aus den
Zwerg-Cochin-Kreuzungen auf. Man darf sich das jedoch
nicht so einfach vorstellen. Es handelte sich dabei noch
nicht einmal um 5 % der gesamten Nachzucht. Gelbe Läufe
mit Ansätzen zur 5. Zehe gab es erst ein weiteres Jahr
später. 1992 waren in der nächstfolgenden Generation
neben den angestrebten gelben Läufen auch Ansätze zur 5.
Zehe ersichtlich. In den darauf folgenden Jahren
stellten sich die gewünschten gelben Läufe als
besonderer und schwierigster Knackpunkt heraus. Nur ca.
jedes 10. Küken konnte dieses Ziel erreichen. Der
überwiegende Teil, ca. ¾ , hatte fleischfarbene Läufe,
der restliche Anteil grüne oder graue. Ein Punkt der die
meisten Züchter hätte verzweifeln lassen sofern man
nicht von dem ursprünglichen Ziel der gelben Läufe
abgelassen und sich auf fleischfarbene umgestellt hätte.
Doch da Beharrlichkeit in den meisten Fällen zum Ziel
führt und die gezielte Einkreuzung weißer
Zwerg-Wyandotten in Punkto Lauffarbe die gewünschte
Verbesserung hervorbrachte konnte nach dem Weg über das
Sichtungsverfahren der Antrag auf Zulassung zum
Vorstellungsverfahren gestellt werden. Wenn man an
diesem Punkt steht und in den vergangenen Jahren mehrere
Hundert Küken im Auslauf und in der Hand gehabt hat will
man es als Züchter natürlich wissen. Aber der Teufel
steckt meist im Detail, welches sich im Jahr der
Entscheidung in Form einer schlechten Befruchtungsquote
zeigte und somit fast schon das gesteckte Ziel der
schnellstmöglichen Anerkennung wieder in Frage gestellt
hätte. Es müssen schließlich 1,1 Alttiere und 3,3
Jungtiere in zusagender Qualität präsentiert werden.
Aber 10 Jahre Ausdauer in der Zucht müssen irgendwie
belohnt werden und so ist dann auch zur 70. Deutschen
Zwerghuhnschau in Hannover 1998 der große Wurf gelungen.
Das Bewertungsergebnis mit 1 x b, 3 x g und 4 x sg
reichte gemäß XII. 3 f) AAB bereits für eine Anerkennung
aus, welche dann wie eingangs genannt am 06.05.1999 auch
durch den BZA in Cottbus beschlossen wurde. |
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Die Anforderungen des Rassegeflügelstandards
Für Seidenhühner, Zwerg-Seidenhühner und somit auch für
die Siamesischen Zwerg-Seidenhühner wird eine breite
abgerundete Würfelform verlangt.
Entsprechend den Formvorgaben ist die Brust sehr voll,
breit, gut gerundet und tief getragen. Der breite,
kurzgehaltene Rücken steigt leicht nach hinten an. In
Harmonie dazu ist der breite, federreiche Sattel mit
vollem Behang versehen, flaumreich und weichfedrig. Die
kurzen, breiten Flügel sollen waagerecht und
straffanliegend getragen werden. Der kleine Kopf mit
seinen orange bis orangeroten Augen zeigt ein rotes
Gesicht, einschließlich des Kammes und der Kehllappen.
Der Kamm soll dabei in seiner Form und Struktur einer
halben Walnuss gleichen, keine Dorne haben und in der
Mitte von einer Querfalte durchzogen sein. Die Ohrlappen
werden klein, gleichmäßig ausgeprägt und für diese Rasse
selbstverständlich auch in rot verlangt. Der Schnabel
ist dabei kurz, kräftig ausgebaut und gelb. Die
Schenkel, welche kurz und reich befiedert sind dürfen
keine Stulpenbildung zeigen. Dazu gehören knapp
mittellange, gelbe Läufe, die an der Außenseite,
einschließlich der Zehen, kurz befiedert sind. Eine
ausgeprägte Latschenbildung ist unerwünscht und oftmals
mit der dann vorgenannten Stulpenbildung kombiniert.
Völlig federfreie Läufe sind ein grober Fehler. Ein ganz
wesentliches Rassemerkmal der Seidenhühner ist ihre
Fünfzehigkeit. Dabei muss die fünfte Zehe deutlich von
der vierten getrennt und merklich länger als diese sein.
Ideal ist eine, einschließlich des Zehennagels,
deutliche Biegung nach oben. Zwischen der Standzehe und
der Fünften wird möglichst wenig Zwischenhaut gefordert.
Abgesehen von den geschlechtsbedingten Unterschieden
gleicht die Henne dem Hahn in allen Rassemerkmalen.
Kamm, Kehllappen sind etwas kleiner und bedingt durch
die kürzere und weichere Federstruktur wirkt die Henne
ferner etwas gedrungener. Im Gegensatz zum Hahn, welcher
einen mittelgroßen Schopf hat, bestehend aus nach hinten
liegenden Federn die zudem am hinteren Ende des Schopfes
noch einige etwas längere Seidenfedern vorweisen, hat
die Henne einen haubenartigen Schopf, welcher von fester
Konsistenz sein soll und dabei die Augen freilässt. |
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Rasseverbreitung und Zuchtstrategien
Nach einem anfänglichen Boom um die Rasse ist es heute
wieder ruhig geworden. Zu ruhig für meinen Geschmack.
Nach dem Wegfall mehrerer Motoren der Anfangsjahre sucht
die Rasse heute dringend neue Züchter.
Die im Rahmen der Zuchttierbestandserfassungen der Jahre
2000, 2005 und 2008 ermittelten Zahlen sprechen insoweit
eine deutliche Sprache.
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Erfassungsjahr |
Anzahl der Zuchten |
Anzahl der Zuchttiere |
Gesamte Tierzahl |
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1,0 |
0,1 |
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2000 |
9 |
20 |
60 |
80 |
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2005 |
21 |
36 |
118 |
154 |
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2008 |
? |
19 |
58 |
77 |
Auch wenn die für 2008 ermittelten unvollständigen Zahlen immer
noch besser als gar keine sind, ist das Ergebnis
keineswegs zufriedenstellend. Eine Ursache liegt
sicherlich in der recht kurzen Vorlaufzeit mit der die
Daten ermittelt werden sollten, aber auch - sozusagen
als Retourkutsche - in der mangelnden Motivation zur
Mitarbeit auf Seiten der Ortsvereine und Kreisverbände.
Wenn diese Daten nun ab 2009 jährlich im Rahmen einer
Online-Erfassung für die Kreis- und Ortsvereine
ermöglicht werden soll appelliere ich an alle Mitglieder
des BDRG sich hier aktiv einzubringen und die Erfassung
dieser Daten auf Orts- und Kreisebene zu unterstützen.
Ob sich die Verschiebungen in den Zahlen zwischen der
letzen Erhebung 2005 und der neueren in 2008 eine
Auswirkung der Vogelgrippehysterie sind oder lediglich
nur ein Ergebnis des „Schnell, schnell“ darstellen wird
erst die Zukunft ergeben. - Derzeit zeigen sich aber
schon recht große Differenzen.
Ob dieses
Ergebnis tatsächlich richtig ist? Falls ja, es wäre
erschreckend.
Eine Ursache des heutigen Rückganges in der Zahl der
Züchter könnte bereits in den Ursprüngen der Rasse
liegen. Grund der Zuchtaufgabe war in allen mir
bekannten Fällen eine schlechte Legeleistung,
mangelhafte Befruchtung und ein entsprechend schlechter
Schlupf, kurzum fehlende Vitalität. In diesen Fällen
könnte die Ursache hierfür in dem hohen
Verwandtschaftsgrad (Inzuchtrate) der verwendeten
Zuchttiere gelegen haben. Man muss an dieser Stelle
bedenken, dass im Rahmen der Erzüchtung (soweit mir
bekannt) die Grundlage lediglich auf 1,1
Zwerg-Seidenhühnern und im Rahmen von Einkreuzungen auf
einer Zwerg-Cochin Henne und einem Zwerg-Wyandotten Hahn
aufgebaut wurde. - Eine Vermutung, die keinesfalls für
die Rasse allgemein gelten soll! Potentielle
Interessenten sollten sich durch diese Ausführungen
nicht abschrecken lassen - es gibt sicherlich auch
Zuchten die diese Probleme nicht haben, anderenfalls
wäre die Rasse inzwischen gänzlich ausgestorben.
Aber zurück zur oben genannten Inzuchtrate und den damit
verbundenen Problemen der Herabsetzung der Vitalität,
der Leistungseigenschaften und der
Fortpflanzungsfähigkeit, der sogenannten
Inzuchtdepression. Einem Problem welches sich für alle
seltenen Rassen oder Farbenschläge stellt. Diesem
Problem kann durch den Aufbau verschiedener Zuchtlinien
und die spätere Kombination derselben unter Ausnutzung
des damit verbundenen Heterosiseffekts begegnet werden.
Im Falle der Siamesischen Zwerg-Seidenhühner und ihrer
nur geringen Verbreitung dürfte dieses voraussichtlich
nicht ohne eine Fremdeinkreuzung zu bewerkstelligen
sein. Im Rahmen der Erzüchtung der Rasse standen vor 20
Jahren Zwerg-Cochin und Zwerg-Wyandotten Pate, sollte
man auf diese wieder zurückgreifen? Ich meine nein.
Beide Rassen hätten zwar die richtige Lauf- und
Schnabelfarbe, würden jedoch mit den abweichenden
Körperformen, der fehlenden 5. Zehe sowie den
unterschiedlichen Kammformen mehr Probleme aufwerfen als
die zuerst genannten Punkte gut machen könnten. Auch
wenn die unterschiedliche Haut-, Schnabel- und Lauffarbe
gegebenenfalls abschreckend wirken, die Lösung liegt
meines Erachtens in der Kombination von Siamesischem
Zwerg-Seidenhuhn x Zwerg-Seidenhuhn bzw. in der
wechselseitigen Verpaarung dieser Rassen.
Da die Vererbung der Lauffarbe beim Huhn durch eine
Vielzahl von Faktoren hervorgerufen wird können dabei je
nach gewählter Verpaarung in der F 1 interessanter Weise
völlig unterschiedliche Ergebnisse zu Tage kommen.
Insoweit wird ein Studium des Kapitels „Die Vererbung
der Lauffarbe“ aus dem Buch von Armin Six „Vererbung bei
Hühnern und Wassergeflügel“, Verlag Oertel + Spörer,
Reutlingen, 2007, empfohlen.
F 1, ein Begriff der in unserem Hobby vielfach verwandt
wird. Er muss erst einmal schnell erklärt werden. Man
verwendet diese Bezeichnung für die erste Generation
(„Tochter“ oder erste Filialgeneration F1
genannt) einer Zuchtlinie nach der Elterngeneration (Parentalgeneration
= P).
Diese F 1 - Generation stellt jedoch nie das
züchterische Endergebnis dar. Unabhängig davon, ob ein
dominant-rezessiver Erbgang vorliegt, bei dem alle
Mitglieder der F1-Generation die gleiche
Ausprägung wie bei einem der Elternteile haben oder ob
ein intermediärer Erbgang vorliegt, bei dem alle
Mitglieder der F1-Generation eine Mischform
der elterlichen Merkmale haben, tritt nach den
Mendelschen Regeln
ab der folgenden Generation (F2-Generation) vielfach
eine Aufspaltung der Merkmale ein. Diese Nachkommen sind
untereinander nicht mehr uniform, sie spalten sich
bezüglich der Merkmalsausprägung auf. Dabei kommen die
Merkmale der P-Generation wieder zum Vorschein.
Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, verpaart man das
Kreuzungsergebnis zwischen Siamesischen
Zwerg-Seidenhühnern und Zwerg-Seidenhühnern wieder
untereinander muss im 2. Jahr zwingend ein nicht
unerheblicher Bruchteil der Nachzucht entweder die
Merkmale der Siamesischen Zwerg-Seidenhühner (rotes
Gesicht, gelber Schnabel, gelbe Läufe) oder der
Zwerg-Seidenhühner (blaue Haut, hornfarbiger Schnabel,
schwärzlich blaue Läufe) zeigen.
Aus diesen Tieren gilt es nun die Zucht weiter
auszubauen bzw. diese wieder in der ursprünglichen Line
mit einzusetzen.
Dass es sich bei dem vorstehenden Gedankengängen nicht
nur um reine Hirngespinste handelt zeigt das Ergebnis
der F 1 - Generation einer mir bekannten Zucht in der
diese Kombination bereits unternommen wurde. Hier fiel
bereits ein Hahn welcher sich vom Phänotyp, dem äußeren
Erscheinungsbild, her nicht vom Siamesischen
Zwerg-Seidenhuhn unterschieden hat. |
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Selektionskriterien im Allgemeinen
Selektion bedeutet Auswahl und ist eines der Werkzeuge
des züchterischen Schaffens - ohne geht es nicht.
Die schwierigsten Momente im Leben sind ja immer die,
gleich nach der Geburt. Auf die Seidenhühner übertragen,
die Minuten nach dem Schlupf, wenn ich die Küken der
Brutmaschine entnehme. Hier gilt der erste Blick in der
Regel den Zehen und damit ihrer Stellung und Trennung
sowie den Zehennägeln. Bei den Zehennägeln findet man an
der Hinterzehe und der 5. Zehe ab und an das
unerwünschte Kuriosum, das dort nicht nur 1 Kralle
sondern 2 und in seltenen Fällen auch mehr Krallen zu
finden sind oder das die „eine“ Kralle stark verdickt
und mit einer Kerbe leicht geteilt ist. Auch in diesem
Fall handelt es sich um 2 Krallen welche schon wieder so
dicht zusammen liegen, dass sie zusammengewachsen sind.
Im Standard trifft dazu unter den groben Fehlern keine
Aussage, diese Punkte sind zu den Ausschlussfehlern der
AAB unter Missbildung des Skeletts einzuordnen. Ein
weiterer Punkt ist die Zehenstellung. Auch Seidenhühner
können Entenzehen haben - und wenn sie welche haben
sollten zeigen sie bereits schon jetzt. Oft kombiniert
mit einer nach unten zeigenden 5. Zehe. Auch die Küken
mit einer bereits jetzt erkennbaren mangelhaften
Trennung zwischen Hinterzehe und 5. Zehe fallen durch
das erste kritische Raster.
Wenn man schon auf die Läufe achtet, sollte man auch
einen Blick auf die Befiederung werfen. Zeigt das Küken
bereits jetzt keine Federn an Lauf und Außenzehe wird es
dort auch später keine zeigen.
In den nächsten 8 bis 10 Wochen gilt das Augenmerk der
Vitalität und dem Wachstum - Kümmerlinge sind im
späteren Leben als Zuchttier untauglich und man sollte
sich bei Zeiten von ihnen trennen.
Mit ca. 12 Wochen wird noch einmal jedes Tier in die
Hand genommen. Die Augenfarbe und die Kammbildung sind
nunmehr die Angriffspunkte und entscheiden insbesondere
bei den Hähnen über die grüne Wiese oder die
Tiefkühltruhe. Ja, richtig, bereits in diesem Alter
schlachte ich all die Hähne die keine Kammquerfalte
zeigen - wer jetzt keine hat bekommt auch keine mehr.
Und auch Tiere mit Kammauswüchsen gehen spätestens jetzt
den Weg in Richtung Küche.
Wer etwas Übung hat kann zu diesem Zeitpunkt auch
erkennen, welche Tiere später Probleme mit verdrehten
Schwingenfedern, fehlender Axialfeder und Flügellücke
oder Scherenflügel, haben werden. Spätestens im Alter
von 5 Monaten sollten auch diese Probleme behoben sein.
Ziehen der Federn bringt übrigens nichts - sie kommen
immer wieder verdreht ans Tageslicht zurück. Auch Tiere
mit Scherenflügel, d.h. den ständig unter den
Armschwingen gekreuzten Handschwingen, kann man nun
nicht mehr übersehen. - Seit versichert, besser wird es
nicht, also …..
Gleiches gilt für flache Brustpartie, schmalen oder
langen Körper. Nur mit gezielter Fütterung sind auch
hier keine Wunder mehr zu erwarten.
Und auch Stulpenbildung kann man zu diesem Zeitpunkt nur
noch übersehen, wenn man sie denn übersehen will.
Bevor der Sommer sich also dem Ende neigt haben sich die
Reihen schon um einiges gelichtet. Den verbliebenen
Tieren kann also mehr Platz zum Reifen geboten werden -
und wer mit dem Platz zum Reifen nun noch immer Probleme
hat sollte sich noch einmal überlegen, ob er ein jedes
Tier vielleicht doch noch einmal in die Hand nimmt um
nach einem übersehenen Fehler, z.B. einem fehlenden
Zehennagel, zu suchen.
Der allerletzte Blick gilt jedoch der Feder. Länge und
Breite sind gefragt. Diese offenbart sich in der Regel
erst in der Schauvorbereitung beim Waschen. Erst dann
kann man eigentlich die wirklich aller letzten
Feinheiten in die Auswahl seiner Zuchttiere einfließen
lassen.
Weitergehende Informationen zum Siamesischen
Zwerg-Seidenhuhn und zum Sonderverein der Züchter der
Seidenhühner und Zwerg-Haubenhühner erhalten Sie unter
www.sv-silkies-polands.de
Porta Westfalica, im August 2009
Günter Droste |
 
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Copyright & Design liegt beim
Sonderverein der Züchter der Seidenhühner und Zwerghaubenhühner |